Taktlo$$ battlet rassistischen Pfarrer

Rassisten angucken

Der deutsche Rassistenmob demonstriert in Berlin und halluziniert sich zum Opfer.

Bei abdel kader ist dieses Video mitsamt einiger weiterer Informationen schon länger verlinkt.

Die Nazis und die Deutschen

Bei SPON findet sich ein Interview mit Götz Aly, in dem er die Ergebnisse seiner letzten Studie präsentiert und erklärt, bei den Deutschen wären weder die Nazis allgemein noch Hitler im Besonderen großartig beliebt gewesen. Warum das eine geschichtsrevisionistische Ungeheuerlichkeit darstellt und was genau an Alys Standpunkt verkehrt ist, möchte ich nun mittels einer Widerlegung der im Interview aufgestellten Behauptungen aufzeigen.

Die Studie, die angeblich „Stimmung und Stimmungsschwankungen in Nazi-Deutschland“ erforschen will, bedient sich fünf verschiedener Indikatoren:

Erstens haben wir gemeinsam mit dem Einwohnermeldeamt Frankfurt am Main gemessen, wie häufig betont nazistische Vornamen, auch als Zweitnamen, vergeben wurden. Wir haben für den Zeitraum zwischen 1932 und 1945 Daten über politisch aussagekräftige Namen erhoben. So konnten wir die Adolf-, Herrmann- und Horst-Kurve erheben. Die Zahl der Kirchenaustritte wählten wir zum zweiten Indikator: Die Grundlage dafür ist die Annahme, dass man es sich gerade in unsicheren Zeiten genau überlegt, ob man es sich mit Gott verderben will. Der dritte Indikator ist das Sparverhalten, denn die längerfristige Anlage von Geld zeigt das Zukunftsvertrauen der Menschen – auf ganz unideologische Weise.

Schon jetzt zeigt sich, wie unbrauchbar die Ergebnisse dieser Untersuchung sind: Als wären Vornamen ein Zeichen für Nazismus oder andere Überzeugungen. Als wäre die Mitgliedschaft in einer religiösen Sekte unvereinbar mit der Begeisterung für „Volk und Vaterland“. Als müsse man als Nazi großartiges „Zukunftsvertrauen“ aufweisen, damit man überhaupt Nazi sein kann.

Der vierte Indikator lässt Rückschlüsse darauf zu, welchen Druck das Regime für nötig hielt, um seine Volksgenossen durch Bedrohung zu disziplinieren. Hierfür haben wir die Zahl der Todesurteile des Volksgerichtshofs untersucht. Aus den Todesanzeigen für gefallene Soldaten gewannen wir den fünften Indikator. Wir fragten: Haben die Angehörigen die Formel „Gefallen für Führer, Volk und Vaterland“ gewählt oder verzichteten sie auf den „Führer“ und schrieben schlicht „Gefallen für Volk und Vaterland“? Verglichen haben wir die Anzeigen in der bürgerlichen „Frankfurter Zeitung“ und der Parteizeitung „Frankfurter Volksblatt“.

Auch die beiden anderen Indikatoren sind kein Stück aussagekräftig. Daß ein Regime seine (realen oder vermuteten) Gegner bekämpft, läßt keine Rückschlüsse auf die Massenakzeptanz zu. Die Bewertung der Todesanzeigen ist dann nur noch befremdlich. Die wirkt gerade so, als hätte Aly auf Teufel komm raus etwas beweisen wollen, das nicht beweisbar, sondern verkehrt ist.

Bislang behauptet die Forschung zum Beispiel unisono, Hitler habe mit dem „Blitzsieg“ über Frankreich im Sommer 1940 den Höhepunkt seiner Popularität erreicht. Das ist offenbar Unsinn. Unsere Indikatoren beweisen, dass die Deutschen zufrieden blieben, solange Hitler nach dem Prinzip verfuhr: „Frechheit siegt“ – die Besetzung der Tschechoslowakei, der Anschluss Österreichs und die Wiedergewinnung des Saarlandes waren hochpopulär, vor allem weil sie friedlich blieben.

Abgesehen davon, daß Alys Indikatoren wie oben gezeigt gar nichts beweisen, ist die Behauptung, die 2. Weltkriegsdeutschen wären friedliche Zeitgenossen gewesen, eine unverschämte Beleidigung. Millionen von Menschen weltweit haben die Deutschen anders kennenlernen müssen.

Historiker wie Christopher Browning behaupten, die Entscheidung über den Holocaust sei auf dem Höhepunkt der Siegeserwartung des Feldzugs in der Sowjetunion gefallen – dem widersprechen unsere Ergebnisse. Einige gängige Erklärungsmuster führen offenbar in die Irre. Vielmehr haben die Nationalsozialisten ihre schlimmsten Verbrechen in einer Zeit begangen, in der das Regime innenpolitisch mit dem Rücken zur Wand stand. Bis zum Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 waren etwa 200.000 Menschen ermordet, ein Jahr später schon mehr als drei Millionen.

Hier hat Aly begonnen, hemmungslos zu phantasieren. Weder war die Regierung noch der NS insgesamt von innen bedroht. Daran ändert auch die assoziative Bewertung von VW-Verkaufszahlen nix (Aly fand heraus, daß den Deutschen „die Lust, sich auf Sparverträge für den „Kraft-durch-Freude-Wagen“, den späteren VW-Käfer, einzulassen“, abhanden kam und wertet das als Indiz für eine zurückgehende Popularität Hitlers).

Wir Historiker müssen uns die zentrale Frage, wie diese ungeheuerlichen Verbrechen geschehen konnten, neu stellen. Die Massenbegeisterung und Verblendung durch den charismatischen Führer, die der Historiker Hans Ulrich Wehler als entscheidende Begründung anführt, reichen zur Erklärung nicht aus.

Richtig, verblendet waren die TäterInnen nun wirklich nicht, sondern bewußt und planmäßig mit ihrer Vernichtungsarbeit beschäftigt. Nur, vereinzelt waren sie auch wieder nicht, ganz im Gegenteil. Aber das dürfte jemanden, der Todesanzeigen liest wie Wahrsager Kaffeesatz, verständlicherweise nicht interessieren.

Es lässt sich zeigen, dass sich die politische Stimmung 1933/34, bald nach der Machtübernahme, zugunsten des NS-Regimes stabilisierte, gestützt auf sozialen Wohltaten, ökonomische Erfolge und Terror. Der Gedanke der „völkischen Einheit“ wurde gegen das Trauma der nationalen Zerrissenheit gestellt. Doch die Deutschen spürten, dass unter dieser Decke der äußeren Attraktion große Gefahren lauerten. Und als sie dann auf dem Weg des Krieges waren, schwanden Führerglaube und Zukunftsvertrauen. Die Skepsis wuchs stetig, bis zum Ende im Frühjahr 1945, mit einer ganz kleinen Phase der Erholung Ende 1940.

Man lernt vom Hokuspokus-Götz: Der Nationalsozialismus ist psychologisch verständlich und hat geradezu therapeutisch gewirkt. Jedoch blieben die nun gesundeten Deutschen auf der Lauer und ließen sich nur kurz vom Führer (vom Mars?) einlullen.

Die Deutschen haben ihren Verstand niemals vollständig an die NS-Ideologie abgegeben. Andererseits hängten sie ihre entmachteten Nazi-Führer im Frühjahr 1945 nicht einfach an die nächste Straßenlaterne, weil sie sich in ihnen selber erkannten. Die meisten Deutschen waren passive, innerlich nicht überzeugte Mitläufer, und sie hatten spätestens seit 1941 ein furchtbar schlechtes Gewissen.

Warum das denn? Götz Aly hat doch nachgewiesen, daß die Deutschen alles richtig gemacht haben! Sie haben die Todesanzeigen antifaschistisch formuliert, die bösen Naziautos nicht gekauft und blieben dem antinazistischen Christentum treu. Ist doch hervorragend. Wer nun die Massenvernichtung verbockt hat, bleibt zwar unklar, aber die Deutschen waren es jedenfalls nicht. Und wenn doch, dann höchstens aus Versehen und mit ordentlich Bauchweh…

Rassismus in deutschen Redaktionen

SPON berichtet über Antisemitismus an deutschen Schulen und findet zwei schuldige Gruppen: Nazis und Muslime. Das ist schon hart genug und könnte u.U. selbst den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen (nicht, daß das nun die Kritik sei). Noch interessanter ist jedoch die sich im Artikel ändernde Bezeichnung der zweiten Gruppe: Hat man zuerst noch von jungen Muslimen gesprochen, kommt man schließlich auf „Schüler aus arabischen oder türkischen Familien“. Herzlichen Glückwunsch! Denn wer es schafft, auf solch eine rassistische Weise über Antisemitismus zu schreiben, darf sich mit Fug und Recht als Sprachrohr des modernen Deutschland betiteln.

Mal wieder kotzen?

Der Nazi wie der Dschihadist sind stets davon überzeugt, daß Kampfgeist, Zusammenhalt des Volkes und die Treue zum Führer naturgesetzlich zum Endsieg führen […].
(Stefan Frank in konkret 10/06)

suqong roxxx

suqong kritisiert. Und zwar neueste Früchte des Geschichtsrevisionismus. Lesen Sie selbst.

Liebes Tagebuch…

Vorbildlich verband Focus-Chefredakteur Helmut Markwort in der Ausgabe vom 4. September Islamophobie und Anti-Kommunismus:

Noch immer zögert die Bundesjustizministerin, in die dringend notwendige Anti-Terror-Datei das Merkmal Religion aufzunehmen. Diese Haltung ist weltfremd und unverantwortlich, weil der internationale Terrorismus vor allem religiös motiviert ist. Die Information über die religiöse Überzeugung ist wichtiger als die Auskunft, ob ein Verdächtiger aus Ägypten, dem Irak oder Saudi-Arabien stammt.
Die Fanatiker des Islamismus wollen nicht eine Nation zur Macht bomben, sondern wolen einen internationalen Gottesstaat durchsetzen. Deswegen ist weniger die Abstammung entscheidend als der Glaube. Die Parole dieser Terroristen könnte – in Abwandlung des Kommunistischen Manifests – heißen: ,,Islamisten aller Länder, vereinigt euch!“

Werbepause 2

Von boardsteinedge im KF darauf hingewiesen, daß man derzeit (d.h. bis zum 31. Oktober) im ladoshop die Hälfte zahlt, habe ich gerade ein wenig bestellt. Besonders empfehlenswert scheinen mir die Alben und Singles von Superpunk zu sein. Es handelt sich dabei um ein Gemisch aus Soul, Depressionen und Witz, tanzbar und auf Jahre begeisternd.

Ich versenk‘ die Bismarck

Gewaltmonopol bizarr

Ermittler in Los Angeles verletzen sich fast ebenso häufig durch versehentlich abgegebene Schüsse aus der eigenen Waffe oder der Pistole eines Kollegen.

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Werbepause

ADF-Contest
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